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Gemalte Abendszene vor einer dunklen petrolfarbenen Wand: Eine Hängelampe wirft warmes Licht auf einen kleinen runden Holztisch mit zwei Kaffeetassen, eine dampft, dazwischen eine Vase mit Trockenblumen; links und rechts zwei Stühle. Rechts an der Wand hängt ein Abreißkalender, auf dem obersten Blatt steht DIENSTAG.

Nora Westfield · Geschichten für ein ganzes Jahr

Ein Dienstag und elf andere Geschenke

Zwölf Geschichten von Menschen, die einander etwas schenken, das in kein Geschenkpapier passt. Eine für jeden Monat – zum Lesen, Vorlesen und Verschenken.

Ich bin in Pension, nicht im Dienst. Dienstag geht.

Januar · Ein freier Dienstag

Was schenken wir einander, wenn wir nichts kaufen?

Einen festen Dienstag. Fünf ungeteilte Minuten. Einen Platz am Tisch. Ein Klingeln statt eines Schlüssels. In zwölf Geschichten erzählt Nora Westfield von Menschen, die einander etwas schenken, das in kein Geschenkpapier passt – warm, oft komisch und ohne erhobenen Zeigefinger.

Zu jedem Monat gehört eine Geschichte, und jede lässt sich in einer Viertelstunde vorlesen. Hier hängt das Jahr als Abreißkalender an der Wand. Reißen Sie ruhig ab.

Zwölf Monate, zwölf Geschichten

Das Jahr zum Abreißen

Jedes Blatt zeigt eine Geschichte: für wen sie ist und wie sie anfängt – nie, wie sie ausgeht.

Zwölf Blätter, eines für jeden Monat.

  1. Januar

    Gemalte Vignette im roten Kreis: ein runder Küchentisch unter einer Hängelampe, darauf ein Herz-Ass auf einem gefalteten Zettel, ein Kartenspiel und ein Glas Milch

    1 / 12 · etwa 9 Minuten Lesezeit

    Ein freier Dienstag

    Für alle, die einfach da sind, wenn sie es versprochen haben

    Pia hatte sich den Satz auf dem Heimweg zurechtgelegt, an der Ampel noch einmal geprüft und im Aufzug halblaut gesagt, damit er sich weniger fremd anfühlte.

    So fängt sie an
  2. Februar

    Gemalte Vignette im roten Kreis: ein sonniges Fensterbrett in einem Aufenthaltsraum, darauf eine alte Fahrscheinzange neben einer grauen Strickjacke

    2 / 12 · etwa 8 Minuten Lesezeit

    Alle einsteigen

    Für alle, die in einem Menschen mehr sehen als sein Alter

    Hilde Moser klickte.

    So fängt sie an
  3. März

    Gemalte Vignette im roten Kreis: das leere Foyer eines Kulturhauses bei Nacht, an einem Putzwagen hängt ein Schlüsselbund mit Taschenlampe, deren Lichtkegel über den frisch gewischten Boden fällt

    3 / 12 · etwa 7 Minuten Lesezeit

    Die letzte Runde

    Für alle, die ohne Aufsehen dafür sorgen, dass alles läuft

    Der Übergabebogen hatte eine Seite.

    So fängt sie an
  4. April

    Gemalte Vignette im roten Kreis: ein Küchentisch im Morgenlicht, darauf ein Wohnungsschlüssel mit rotem Gummiring, eine Kaffeetasse und eine Kinderzeichnung, hinten die Wohnungstür

    4 / 12 · etwa 7 Minuten Lesezeit

    Der Schlüssel

    Für alle, die Mütter und Töchter sind und einander neu kennenlernen

    Der Schlüsseldienst hatte sich für zehn Uhr angekündigt, und um zehn nach zehn saß Ruth am Küchentisch ihrer Tochter und hielt den alten Schlüssel in der Hand, als könnte man ihn ihr noch wegnehmen.

    So fängt sie an
  5. Mai

    Gemalte Vignette im roten Kreis: ein altes Röhrenradio mit leuchtender Skala auf einem Tisch, daneben ein Schraubenzieher und eine Lesebrille, am offenen Fenster bewegt sich der Vorhang

    5 / 12 · etwa 6 Minuten Lesezeit

    Fünf Minuten

    Für alle, die nie Zeit haben – und für die, denen wir sie schenken

    Nele hatte an diesem Morgen bereits elf Dinge erledigt, bevor sie die Wohnungstür hinter sich zuzog, und das zwölfte stand im Treppenhaus und hielt ein Paket.

    So fängt sie an
  6. Juni

    Gemalte Vignette im roten Kreis: ein Klavier in einem Pfarrsaal, auf dem Notenpult ein Chorsatz mit einer zusätzlichen Bleistiftlinie, dahinter leere Stühle im Halbkreis

    6 / 12 · etwa 6 Minuten Lesezeit

    Der falsche Ton

    Für alle, die mitsingen, auch wenn die Stimme nicht mehr ganz will

    Bei Takt vierundzwanzig brach Dieters Stimme weg.

    So fängt sie an
  7. Juli

    Gemalte Vignette im roten Kreis: eine aufgeräumte Werkstatt an einem Sommertag, auf einem Schubladenkasten mit Etiketten liegt eine alte Wanderkarte mit einer Bleistiftlinie, daneben ein Umzugskarton

    7 / 12 · etwa 6 Minuten Lesezeit

    Die andere Seite der Karte

    Für alle, die jemanden vermissen und ihn gern noch besser kennen würden

    In der Werkstatt ihres Vaters hatte jede Schublade ein Etikett.

    So fängt sie an
  8. August

    Gemalte Vignette im roten Kreis: ein Teller Marillenknödel mit Butterbröseln und Staubzucker, eine Schüssel Marillen, Mehl auf der Arbeitsfläche und eine alte Rezeptkarte

    8 / 12 · etwa 7 Minuten Lesezeit

    Zu wenig Zucker

    Für alle, die sich nach vielen Jahren noch überraschen

    Walter suchte die Garantie für den Rasenmäher, als er die Karte fand.

    So fängt sie an
  9. September

    Gemalte Vignette im roten Kreis: zwei Reparaturständer für Fahrräder auf herbstlichem Kopfsteinpflaster, in einem ein Fahrrad, daneben ein Lastenrad, dazwischen ein offener Werkzeugkasten

    9 / 12 · etwa 6 Minuten Lesezeit

    Ein Satz ohne Aber

    Für alle, die sich trauen, „Es tut mir leid“ ohne Nebensatz zu sagen

    Die Gemeinde hatte die Stände nach dem Alphabet verteilt, und deshalb stand Martin Kerschbaum mit seiner Fahrradwerkstatt am Samstagmorgen um halb neun neben Nina Kessler und ihrem Lastenrad, und zwischen ihnen lagen ein Meter Kopfsteinpflaster und drei Jahre.

    So fängt sie an
  10. Oktober

    Gemalte Vignette im roten Kreis: der Eingang einer alten Tanzschule mit Parkett und Spiegelwand, neben einem Gummibaum stehen ein Paar neue Tanzschuhe

    10 / 12 · etwa 6 Minuten Lesezeit

    Linkes Bein, rechtes Bein

    Für alle, die eine Freundin haben, mit der man sich lächerlich machen darf

    „Du führst“, sagte Gerti.

    So fängt sie an
  11. November

    Gemalte Vignette im roten Kreis: eine steinerne Brücke im Novembernebel mit Laternen, auf der Brüstung liegt ein einzelner roter Strickhandschuh

    11 / 12 · etwa 7 Minuten Lesezeit

    Bis zur Brücke

    Für alle, die Geschwister sind und nicht immer einer Meinung

    Liv sah ihren Bruder, bevor er sie sah.

    So fängt sie an
  12. Dezember

    Gemalte Vignette im roten Kreis: ein kleiner Küchentisch am Heiligen Abend, gedeckt mit zwei Tellern, zwei Gläsern, Kartoffelsalat und einer Kerze, vor dem Fenster fällt Schnee

    12 / 12 · etwa 8 Minuten Lesezeit

    Der zweite Teller

    Für alle, an deren Tisch noch Platz ist

    Georg kochte für zwei. Das lag nicht an ihm, sondern an seinen Händen.

    So fängt sie an
  13. Das dreizehnte Blatt

    Cover: Ein Dienstag und elf andere Geschenke

    Zwölf Antworten stehen in diesem Buch.

    Die dreizehnte kennen Sie besser als ich.

    Nora Westfield, aus dem Nachwort

    Die Widmung schreibenZum Buch

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Der Geschenkfinder

Für wen soll es sein?

Jede Geschichte ist für jemanden geschrieben. Wählen Sie, wen Sie beschenken möchten – wir schlagen die passende Geschichte auf.

Tippen Sie auf einen Menschen.

Hineinlesen

So beginnt das Jahr

Die ersten Absätze der Januar-Geschichte. Kurz, wie das Buch selbst.

Januar · Ein freier Dienstag

Pia hatte sich den Satz auf dem Heimweg zurechtgelegt, an der Ampel noch einmal geprüft und im Aufzug halblaut gesagt, damit er sich weniger fremd anfühlte. Er lautete: „Herr Hartl, hätten Sie vielleicht an einem Dienstagabend Zeit?“ Er war höflich, er war kurz, und er ließ jedem eine Tür offen, durch die man sich ohne Verlegenheit entfernen konnte.

Was er nicht tat, war, in dieser Reihenfolge aus ihrem Mund zu kommen, als Bernd Hartl am Donnerstag bei den Briefkästen stand und Werbeprospekte in den Altpapiercontainer sortierte.

„Ich wollte Sie fragen“, sagte sie, „also, nur falls, und wirklich nur, wenn es Ihnen passt – an einem Dienstag vielleicht. Abends. Wegen Tom.“

Bernd sah sie über den Rand eines Möbelhauskatalogs an. Er war neunundsechzig, trug zu jeder Jahreszeit dieselbe grüne Strickweste und hatte vierzig Jahre lang Grundstücke vermessen, was man daran merkte, dass sein Blick beim Warten auf den Aufzug gelegentlich die Länge des Flurs abschritt.

„Dienstag“, sagte er. „Geht schon.“

„Wirklich?“

„Ich bin in Pension, nicht im Dienst. Dienstag geht.“ Er ließ den Katalog in den Container fallen. „Nächste Woche?“

„Nächste Woche“, sagte Pia, und weil das Ja so schnell gekommen war, so leicht, wie man jemandem die Tür aufhält, sagte sie nicht dazu, dass es nicht um eine Stunde ging, sondern um dreieinhalb, und nicht um einen Dienstag, sondern um sechs.

Oben saß Tom am Küchentisch und schnitt Fische aus dem Prospekt eines Supermarkts aus. Er war sieben und hatte die Angewohnheit, Erwachsene so anzusehen, als würde er sich Notizen machen.

„Hat er Ja gesagt?“

„Hat er.“

„Zu was genau?“

Pia öffnete den Kühlschrank, obwohl sie nichts darin suchte.

Wie es mit Pia, Tom und Herrn Hartl weitergeht – und warum es um mehr als einen Dienstag geht –, steht im Buch.

Zum Buch

Für · Von · Weil

Schreiben Sie Ihre Widmung

Wenn Ihnen dieses Buch geschenkt wurde, hat jemand an Sie gedacht, und zwar länger, als das Einpacken gedauert hat.

Nora Westfield, aus dem Nachwort

Im Taschenbuch ist die erste Seite für Sie reserviert: Für wen, von wem – und vor allem: weil. Probieren Sie hier aus, wie Ihre Widmung aussieht.

Was Sie hier eintippen, bleibt auf Ihrem Gerät. Nichts wird gesendet oder gespeichert.

Im Taschenbuch: vorn die Widmungsseite, hinten eine Seite „Was ich dir schenken möchte“ zum Ausfüllen. Im eBook entfallen beide.

Für

Mama

Von

deiner Großen

Weil

du immer da warst, wenn du es versprochen hast.

Das Buch

Ein Dienstag und elf andere Geschenke

Zwölf Geschichten für ein ganzes Jahr – zum Lesen, Vorlesen und Verschenken.

Ein Geschenkbuch für Erwachsene, ohne Vorwissen lesbar. Im Taschenbuch mit Widmungsseite vorn und einer Seite zum Ausfüllen hinten.

Nora Westfield

Nora WestfieldNora Westfield erzählt von Menschen, die einander mehr schenken, als in Geschenkpapier passt – in ihren Romanen um Stillwater Bay ebenso wie in den zwölf Geschichten dieses Buches, eine für jeden Monat.

Cover: Vierundzwanzig Fenster bis zu dir

Lieber einen Roman für den Advent?

In Nora Westfields Winterroman „Vierundzwanzig Fenster bis zu dir“ geht in einer Straße am Meer im Dezember jeden Abend um sechs ein neues Fenster an.

Zur Fensterstraße →

Fragen

Häufige Fragen

Ist das ein Roman?

Nein. Es sind zwölf eigenständige Geschichten, eine für jeden Monat, jede in sich abgeschlossen. Man kann jeden Monat eine lesen – oder alle an einem Sonntag.

Wie lang sind die Geschichten?

Jede lässt sich in einer Viertelstunde vorlesen: abends für sich allein, in der Seniorenrunde oder im Advent für die ganze Familie.

Für wen eignet sich das Buch?

Für alle, die jemandem etwas Persönliches schenken möchten – Mutter, Freundin, Schwester, Nachbarin, Großeltern. Weil es durch ein ganzes Jahr führt und nur eine Geschichte an Weihnachten spielt, passt es zu Weihnachten ebenso wie zum Geburtstag, Muttertag, Ruhestand oder als Danke.

Muss ich Stillwater Bay kennen?

Nein. Die zwölf Geschichten sind eigenständig und haben mit Stillwater Bay nichts zu tun. Sie spielen heute, mit einer leichten österreichischen Färbung – Marillenknödel inklusive.

Ist das Buch schon erhältlich?

Ja, bei Amazon als eBook (3,99 €) und als Taschenbuch mit Widmungsseite (12,10 €).

Kann man eine Widmung hineinschreiben?

Im Taschenbuch ja: Vorn steht eine Seite „Für … Von … Weil …“, hinten eine Seite „Was ich dir schenken möchte“. Im eBook entfallen beide Seiten.

Was steht hinten im Buch?

Ein kurzes Nachwort und „Zwölf kleine Gesten“: für jeden Monat eine Idee, was man selbst verschenken kann, ohne etwas zu kaufen.

Wie funktioniert der Kalender auf dieser Seite?

Er schlägt den aktuellen Monat auf. Mit „Abreißen“ – oder einem Wisch zur Seite – blättern Sie weiter, unten wählen Sie jeden Monat direkt. Jedes Blatt zeigt, wie eine Geschichte anfängt, nie, wie sie ausgeht. Die Seite speichert nichts.