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Der verschneite Kai von Stillwater Bay am Abend: Tannengirlanden an einer Backsteinfassade, Laternen am Geländer, rechts das Meer; am Ende des Kais das alte Zollhaus, dahinter steigt die Klippe an, oben der weiße Leuchtturm mit rotem Kopf

Stillwater Bay – Winterromane · Die Welt zum Buch

Vierundzwanzig Fenster bis zu dir

Vierundzwanzig Fenster, vierundzwanzig Zettel in ihrer eigenen Handschrift – und der Mann, der sie vor achtzehn Jahren am Bahnsteig hat warten lassen. Ein Advent an der Ostsee, der nach Zimt und zweiter Chance duftet.

Hefe. Und darunter, dünn und scharf, der Frost.

Kapitel 1, Hefe und Frost

Um sechs geht ein Fenster an

In Stillwater Bay, einer kleinen Stadt an der Ostsee, hat der Advent seine eigene Uhr. Vom ersten bis zum vierundzwanzigsten Dezember öffnet jeden Abend um sechs ein anderes Haus sein Fenster: ein Lied, etwas Warmes im Becher, eine Viertelstunde Stadt. Man nennt es den lebendigen Adventskalender.

Merle Tiedemann hat ihn achtzehn Jahre lang gemieden. In diesem Winter soll sie ihn für ihre Mutter organisieren – und bemerkt, dass ihr jemand jeden Morgen einen zweiten Kalender an die Tür hängt.

Das hier ist die Straße aus dem Buch. Im Dezember gehen ihre Fenster Abend für Abend an, genau wie in der Geschichte. Durchgehen kann man sie schon jetzt.

Der lebendige Adventskalender

Eine Straße, vierundzwanzig Fenster

Jedes Fenster gehört einem Tag und einem Haus. Wer eines antippt, erfährt, wer es öffnet und wonach es an diesem Abend duftet.

Im Dezember geht in dieser Straße jeden Abend um sechs ein Fenster an – so wie im Buch.

Ein Kirschzweig in einer blauen Glasvase auf einem alten Fensterbrett, daneben eine Kerze; draußen Schnee, der Hafen und der Leuchtturm
Der BarbarazweigGeschnitten am Barbaratag, aufgeblüht an Heiligabend – in Gesines blauer Glasvase.
Die verschneite Hauptstraße von Stillwater Bay am Winterabend: niedrige Giebelhäuser in Pastell und Backstein, die Bäckerei mit grün-weißer Markise, dahinter oben der grüne Kirchturm; rechts geht es hinunter zum Hafen mit Fischerbooten, darüber die Klippe mit dem Leuchtturm

Ein Fenster antippen – und nachsehen, wer es öffnet.

Der weiße Leuchtturm von Stillwater Bay mit rotem Kopf oben auf der Steilküste, daneben das kleine Wärterhaus; ein verschneiter Klippenweg mit Laternen führt zu ihm hinauf, rechts tief unten die Ostsee unter schweren Winterwolken

Die Kennung

Drei Blitze. Pause.

Jeder Leuchtturm hat seinen eigenen Rhythmus, damit man ihn vom Meer aus erkennt. Der von Stillwater Bay blitzt dreimal und schweigt dann, bis achtzehn Sekunden um sind. Wer hier aufwächst, zählt mit, ohne es zu merken.

Hier blinkt er in genau diesem Takt – auch in der Straße oben, rechts auf der Klippe.

„Sie machte das Licht aus. Draußen ging der Leuchtturm, drei Blitze, Pause, und das Licht strich über die Dachschräge, wie es das früher getan hatte.“

Kapitel 2, Kakao

Ida weiß alles über Leuchttürme

„Wusstest du, dass Leuchttürme früher mit Walöl gebrannt haben?“

Ida, Kapitel 3

Der zweite Adventskalender

Ein Beutel an der Klinke

Am zweiten Morgen hängt an der Tür von Haus Möwe ein kleiner Beutel. Darin ein Zettel in Merles eigener Handschrift – geschrieben mit neunzehn, für den Jungen, den sie geliebt hat.

Ein kleiner Beutel aus rot-weiß kariertem Stoff mit einer gestickten roten Zwei hängt an der Messingklinke einer dunkelgrünen Haustür, daneben eine Laterne

An der Klinke hing ein Beutel. Klein, nicht größer als ihre Hand, aus rot-weiß kariertem Stoff, mit einer Kordel zugezogen. Auf die Vorderseite hatte jemand mit rotem Wollfaden eine Zahl gestickt. Eine Zwei, ein bisschen krumm, der Bogen oben zu groß geraten.

Kapitel 2, Kakao

Am nächsten Morgen hängt wieder einer an der Tür. Und am übernächsten. Wer sie aufhängt, erzählt das Buch – hier bleibt es bei der Zwei.

Zwei Becher heißer Kakao, umwickelt von einem Wollschal, auf einer verschneiten Bank am Hafen, daneben eine Laterne, im Hintergrund der Leuchtturm

Zum Nachkochen

Gesines Kakao

„Heißen Kakao auf Theos Bank, bis uns die Finger abfallen.“

Für 2 große Becher

  • 500 ml Vollmilch
  • 60 g dunkle Schokolade (70 %), grob gehackt
  • 1 TL Kakaopulver (ungesüßt)
  • 1 bis 2 TL Honig
  • 1 kleine Prise Salz
  • 1 Messerspitze Zimt (meine Mutter besteht darauf, also lasse ich ihn drin)

So geht's: Die Milch in einem Topf erhitzen, bis sie dampft, aber nicht kocht. Vom Herd nehmen, Schokolade und Kakaopulver hineingeben und rühren, bis alles geschmolzen ist. Honig, Salz und Zimt dazu, noch einmal kurz erwärmen und kräftig schlagen, bis sich oben ein wenig Schaum bildet.

Das Salz schmeckt man nicht. Man merkt nur, dass etwas fehlt, wenn es nicht drin ist. Mit Menschen ist es manchmal genauso.

Am besten trinkt man ihn draußen, auf einer Bank am Wasser, zu zweit, und wenn es kalt genug ist, wickelt man einen Schal um alle vier Hände.

Aus „Merles Adventsbackstube“, dem Rezeptteil des Buches – dort mit sechs weiteren Rezepten, vom Stollen nach Marlenes Art bis zu Idas Leuchtturmkeksen.

Das Buch

Vierundzwanzig Fenster bis zu dir

Ein Weihnachtsroman über die zweite Chance – vierundzwanzig Kapitel, eines für jeden Tag bis Heiligabend.

In sich abgeschlossen – kein Vorwissen aus der Stillwater-Bay-Reihe nötig. Für alle, die im Dezember jeden Abend ein Kapitel lesen möchten, wie einen Adventskalender.

Nora Westfield

Nora WestfieldNora Westfield schreibt Geschichten über Küstenstädte, Menschen, die zu lange geschwiegen haben, und die Art von Liebe, die man nicht kommen sieht. In Stillwater Bay, einem Städtchen an der Ostsee, spielen ihre Romane – im Sommer mit einem alten Geheimnis, im Winter mit Kerzenlicht in jedem Fenster. Wenn sie nicht schreibt, backt sie zu viel und hört dem Wind zu.

Cover: Der Sommer, der alles veränderte

Das ganze Jahr in Stillwater Bay

Vier Romane mit einem alten Geheimnis und ein zweiter Winterroman zwischen den Jahren: alle Bücher aus Stillwater Bay auf einen Blick – und welches zu Ihnen passt.

Alle Bücher aus Stillwater Bay →

Fragen

Häufige Fragen

Muss ich die Stillwater-Bay-Reihe kennen?

Nein. „Vierundzwanzig Fenster bis zu dir“ ist in sich abgeschlossen. Es spielt in derselben Stadt, erzählt aber eine eigene Geschichte – man kann gut hier anfangen.

Ist das Buch schon erhältlich?

Ja, als eBook und als Taschenbuch – rechtzeitig, um am 1. Dezember mit dem ersten Kapitel anzufangen.

Kann man das Buch wie einen Adventskalender lesen?

Dafür ist es gebaut: vierundzwanzig Kapitel, eines für jeden Tag vom 1. bis zum 24. Dezember. Jedes Kapitel beginnt am Morgen und endet am Abend, wenn um sechs das Fenster des Tages angeht.

Gibt es die Rezepte aus dem Buch?

Ja. Am Ende steht „Merles Adventsbackstube“: sechs Rezepte vom Stollen nach Marlenes Art bis zu Idas Leuchtturmkeksen, dazu Gesines Kakao – den gibt es auf dieser Seite schon vorab.

Was ist ein lebendiger Adventskalender?

Ein Brauch aus vielen kleinen Orten: Vom 1. bis zum 24. Dezember schmückt jeden Abend ein anderes Haus ein Fenster und lädt die Nachbarn ein – auf ein Lied, etwas Warmes und ein paar Minuten zusammen. In Stillwater Bay beginnt es immer um sechs.

Warum gehen die Fenster auf dieser Seite erst um 18 Uhr an?

Weil es im Buch so ist. Im Dezember richtet sich die Straße nach der Uhrzeit des Geräts, auf dem man sie ansieht: Vor sechs glimmt das Fenster des Tages nur, danach brennt es. Gespeichert wird dabei nichts – der Browser merkt sich höchstens, ob der Leuchtturm ausgeschaltet wurde.