1. Dezember · 18 Uhr
Bäckerei Brauer
Es duftet nach Hefe, dann Butter und Zimt
Im Schaufenster steht ein Lebkuchenhaus mit einem schiefen Schornstein. Es steht dort jedes Jahr, und niemand würde es gerade rücken.
Kapitel 1 · Hefe und Frost
1. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 1. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
2. Dezember · 18 Uhr
Haus Möwe
Es duftet nach Kakao und nasse Wolle
Papiermöwen an Fäden, Teelichter in Einmachgläsern und Kakao mit einer Prise Salz. Wer mitsingt, singt einen halben Ton zu tief.
Kapitel 2 · Kakao
2. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 2. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
3. Dezember · 18 Uhr
Die Grundschule
Es duftet nach Wachsmalkreide und nasse Wolle
Hinter den Scheiben kleben Sterne aus Buntpapier, und draußen üben Kinder, mit zwei Fingern zu pfeifen.
Kapitel 3 · Wachsmalkreide
3. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 3. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
4. Dezember · 18 Uhr
Der Kirchhof
Es duftet nach frisch geschnittenes Kirschholz
Barbaratag. Am alten Kirschbaum werden Zweige geschnitten, und einen Barbarazweig schneidet man nicht allein.
Kapitel 4 · Kirschholz
4. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 4. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
5. Dezember · 18 Uhr
Eisenwaren Petersen
Es duftet nach Maschinenöl und Kupfer
Ein Tannenbaum ganz aus Werkzeug, ganz oben eine alte Lötlampe aus Messing. Lichterketten repariert Jens umsonst.
Kapitel 5 · Kupferdraht
5. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 5. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
6. Dezember · 18 Uhr
Das Pfarrhaus
Es duftet nach Schuhcreme und Mandarinen
Nikolaus. Ein bemalter Holznikolaus mit drei goldenen Kugeln im Fenster, auf den Stufen stehen Kinderstiefel.
Kapitel 6 · Mandarinen
6. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 6. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
7. Dezember · 18 Uhr
Die Räucherei am Hafen
Es duftet nach Buchenrauch und Kardamom
Zwischen Räucheraal und Buchenrauch gibt es Kardamomgebäck. Das passt eigentlich nicht zusammen und schmeckt trotzdem.
Kapitel 7 · Kardamom
7. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 7. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
8. Dezember · 18 Uhr
Die Backstube
Es duftet nach Rosinen, die über Nacht im Rum lagen
Durch das Fenster zum Bäckergang sieht man, wie die Stollen gebuttert werden. Wer dabei Rosinen stibitzt, wird gesehen.
Kapitel 8 · Rosinen in Rum
8. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 8. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
9. Dezember · 18 Uhr
Am Hafen, Theos Bank
Es duftet nach Salz, Diesel und nasses Holz
Kein Haus, sondern eine Bank am Wasser. Darauf eine Messinglaterne mit einer Delle im Boden und zwei Becher.
Kapitel 9 · Salz und Diesel
9. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 9. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
10. Dezember · 18 Uhr
Die Apotheke
Es duftet nach Kamille
Kamillentee in dampfenden Bechern und ein Schaufenster voller Watteschnee.
Kapitel 10 · Kamillentee
10. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 10. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
11. Dezember · 18 Uhr
Der Gemeindesaal
Es duftet nach Holzleim und Tannengrün
Hier werden Hirtenumhänge aus Wolldecken genäht und ein Stern aus Sperrholz gesägt. Er hängt ein bisschen schief.
Kapitel 11 · Leim und Tannengrün
11. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 11. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
12. Dezember · 18 Uhr
Noch einmal Haus Möwe
Es duftet nach Kerzenwachs und Lavendelcreme
Ein Fenster ist ausgefallen, also springt Haus Möwe ein zweites Mal ein. Einspringen können sie hier gut.
Kapitel 12 · Kerzenwachs
12. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 12. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
13. Dezember · 18 Uhr
Der Frühstücksraum von Haus Möwe
Es duftet nach Safran
Luciatag. Safranbrötchen, warmer Glögg und ein Mädchen mit einem Lichterkranz im Haar. Und zum ersten Mal fällt der Schnee.
Kapitel 13 · Safran
13. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 13. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
14. Dezember · 18 Uhr
Das letzte Haus an der Klippenstraße
Es duftet nach Schnee auf Stein
Scherenschnitte vor goldenem Licht: die ganze Küste in Schwarz. Durch ein Loch im Leuchtturm fällt ein Lichtpunkt in den Schnee.
Kapitel 14 · Schnee auf Stein
14. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 14. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
15. Dezember · 18 Uhr
Die Kinderarztpraxis
Es duftet nach Eukalyptus
Eine Winterlandschaft aus Verbandszeug, Eisbären aus Watte. Einer von ihnen trägt ein Stethoskop.
Kapitel 15 · Eukalyptus
15. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 15. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
16. Dezember · 18 Uhr
Das Rathaus
Es duftet nach Papier und Klebeband
Der Wunschbaum. Jeder hängt einen Papierstern auf, ohne Namen, und niemand liest die Wünsche. Fast niemand.
Kapitel 16 · Papier und Tesafilm
16. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 16. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
17. Dezember · 18 Uhr
Noch einmal die Bäckerei
Es duftet nach Anis
Marlenes zweites Fenster: Anisplätzchen, die über Nacht trocknen müssen, und Brötchen in der Form eines Leuchtturms.
Kapitel 17 · Anis
17. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 17. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
18. Dezember · 18 Uhr
Ein Haus am Deichweg
Es duftet nach Kerzen und kalte Luft vom Deich
Strohengel und Kerzen im Fenster einer alten Dame. Manchmal kommt im Advent Besuch, mit dem niemand gerechnet hat.
Kapitel 18 · Petroleum
18. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 18. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
19. Dezember · 18 Uhr
Die Kirche
Es duftet nach Weihrauch und kalter Stein
Orgelprobe am Samstagabend. Die Kirche ist kalt, die Musik ist es nicht.
Kapitel 19 · Weihrauch
19. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 19. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
20. Dezember · 18 Uhr
Helens Diner
Es duftet nach Bratapfel, Zimt und Butter
Bratäpfel für alle. Man soll sie essen, solange sie heiß sind, sagt Helen. Kalt sind sie nur noch Äpfel.
Kapitel 20 · Bratapfel
20. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 20. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
21. Dezember · 18 Uhr
Unten am Hafen
Es duftet nach Glühwein und Nelken
Ein Mann schenkt Glühwein ohne Zucker aus, seiner Frau zuliebe. Das Rezept hängt gleich neben der Tür.
Kapitel 21 · Bremsstaub
21. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 21. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
22. Dezember · 18 Uhr
Die Strandstraße
Es duftet nach Lavendel
Das Haus gleich neben Haus Möwe. Was hinter diesem Fenster geschieht, erzählt man nicht vorher, man muss davorstehen.
Kapitel 22 · Lavendel
22. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 22. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
23. Dezember · 18 Uhr
Die Lindenstraße
Es duftet nach Hühnerbrühe
Ein Fenster, das auf keiner Liste stand. Es gibt Brühe in Bechern, und die ganze Straße ist gespannt.
Kapitel 23 · Brühe
23. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 23. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.
24. Dezember · 18 Uhr
Der Leuchtturm
Es duftet nach Tannennadeln, darunter das Meer
Zum ersten Mal ist der Leuchtturm das letzte Fenster. Die ganze Stadt geht mit Laternen den Klippenweg hinaus.
Kapitel 24 · Tannennadeln und Meer
24. Dezember · 18 Uhr
Noch dunkel
Dieses Fenster geht am 24. Dezember um sechs Uhr abends an. Vorher schaut niemand hinein – auch hier nicht.