Die Erben des Nordens · Band 2
von Chris van de Bergen
Als Tierarzt Ruaridh MacLeod eine Vertretungsstelle auf Orkney annimmt, folgt er einer Lüge: dem Vorwand, es sei nur ein Tapetenwechsel. In Wahrheit sucht er die Bucht, in der sein jüngerer Bruder Calum vor drei Jahren ertrank – nicht um zu heilen, sondern um sich zu bestrafen.
Er mietet das alte Leuchtturmwärterhaus auf Skerry, einer Insel, die nur bei Ebbe erreichbar ist. Doch die Meeresbiologin Britta Johansson forscht auf derselben Insel, und ein gefundenes Logbuch erzählt von einem Wärter, der ebenfalls jemanden verlor und dennoch weiterlebte. Zwischen Gezeitenpools, Sturm und einem Schuldgefühl, das lauter wird, je näher der Jahrestag rückt, muss Ruaridh lernen, dass Licht nicht nur von oben fällt.
Leseprobe
Aus dem ersten Kapitel
Weiterlesen in der Leseprobe (PDF) →Der Wind roch nach Diesel und Tang, und irgendwo unter dem Motorenbrummen der Fähre lag ein zweiter Geruch, älter, salziger, namenlos, weil es vor der Sprache da war.
Ruaridh MacLeod stand an der Reling, die Hände in den Jackentaschen, und sah zu, wie Orkney aus dem Meer stieg.
Es stieg nicht wirklich. Es schob sich, langsam und flach, wie ein Tier, das sich aus dem Wasser zieht und nicht sicher ist, ob es an Land gehört. Kein Drama, keine Klippen, die sich auftürmten — nur eine Linie, die allmählich dichter wurde, Farbe bekam, und dann da war: grün und braun und grau, mit dem Wind darüber, der die Grasnarbe bog.
Alle Bände der Reihe – jeder Band ist in sich abgeschlossen.
Chris van de Bergen
Schriftstellername
Romance · Schottland
Chris van de Bergen schreibt atmosphärische Liebesromane aus den schottischen Highlands. Seine „Highland-Saga" erzählt über drei Generationen hinweg von einem Tal, das sich erinnert, und von Menschen, die lernen, ihm zuzuhören. Mit der neuen Reihe „Die Erben des Nordens" kehrt er zurück nach Schottland – Familiengeheimnisse, verfallene Güter und die Frage, ob man sprechen lernen kann, bevor es zu spät ist. Slow-Burn-Romantik zwischen Torf, Stein und Nebel, für alle, die Outlander und die Brontë-Schwestern lieben.